Basisöle

Fast jedes Schmiermittel, welches heutzutage in Werken zur Anwendun kommt, war zuerst nur ein Basisöl. Im Amerikanischen Erdölinstitut (API) wurden die Basisöle in fünf Kategorien unterteilt. Die ersten drei Gruppen werden aus Roherdöl verfeinert. Zur Gruppe IV gehören vollsynthetische Öle (Polyalphaolefin). Gruppe V ist für alle anderen Basisöle, die nicht zu Gruppen I - IV gehören. Bevor alle Zumischungen zu dem Gemisch hinzugefügt werden, werden die Schmieröle zuerst zu Komponenten von einer oder mehreren dieser fünf API-Gruppen.

Mineralische Basisöle

Moderne mineralische Basisöle sind das Ergebnis einer langen und komplexen Destillation und eines Erdölraffinierungsverfahrens. Das verwendete Ausgangsmaterial ist Rohöl. Diese Substanz verfügt nicht über gleichartige Qualität, aber sie besteht aus mehreren Tausenden von Kohlenwasserstoffverbindungen, in welchen die Elemente des Kohlenstoffs und Wasserstoffs in allen Molekülen vorhanden sind und teilweise an andere Elemente gebunden sind.

Die Kohlenwasserstoffe können in drei Hauptgruppen unterteilt werden: paraffinische, naphthenische und aromatische Kohlenwasserstoffe. Die paraffinischen Kohlenwasserstoffe können in zwei Untergruppen unterteilt werden: mit normalen Paraffinen und mit Iso-Paraffinen.

Die paraffinischen Kohlenwasserstoffe sind die besten Schmiermittel. Beim Destillationsverfahren in der Erdölraffinerie werden die in dem Rohöl vorhandenen Kohlenwasserstoffe in Schnitte je nach der Molekülgröße getrennt.

Dabei werden auch möglichst viele unerwünschte Substanzen, wie zum Beispiel Schwefel, aromatische Kohlenwasserstoffe, Paraffinwachs, usw. entfernt. Mit anderen Worten stellt das Verfahren der Mineralölherstellung eine physikalische Reinigung dar und das Endprodukt ist das sogenannte paraffinische Basisöl.

Die meisten Kohlenwasserstoffe im Basisöl sind paraffinisch, es sind aber auch naphthenische und aromatische Moleküle vorhanden. Wenn das fertige Schmiermittel, wie Motoröl, aus diesen Komponenten hergestellt wurde, werden einige Zumischungen verwendet, um die Eigenschaften des Basisöls zu verbessern.

Das Endergebnis kann auch als das sogenannte naphthenische Basisöls bezeichnet werden, in welchen die meisten Kohlenwasserstoffe naphthenisch sind. Ihre Tieftemperatureigenschaften sind ausgezeichnet.

Gruppen der Basisöle

Gruppe I - Die Basisöle der Gruppe 1 sind im Vergleich zu allen Gruppen am wenigsten verfeinert. Sie sind in der Regel eine Mischung von verschiedenen Kohlenwasserstoffketten mit wenig oder keiner Uniformität. Während einige Automobilöle auf dem Markt die Materialien der Gruppe I verwenden, werden sie in der Regel in weniger anspruchsvollen Anwendungsarten eingesetzt. Die Grundkomponenten der Gruppe I enthalten weniger als 90 Prozent gesättigter Kohlenwasserstoffe und / oder mehr als -.03 Prozent Schwefel und ihr Viskositätsindex ist 80 oder höher und weniger als 120.

Gruppe II - Die Basisöle der Gruppe II werden in mineralischen Motorölen verwendet, welche derzeit auf dem Markt vorhanden sind. Sie verfügen über solche Eigenschaften im Bereich der Schmierfähigkeit, wie Volatilität, Oxidationsstabilität und Entzündungspunkte / Zündstellen. Sie zeichnen sich auch durch solche Eigenschaften wie Pourpoint; Kaltviskosität und extrem hoher Verschleiß unter dem Druck aus. Die Grundkomponenten der Gruppe II enthalten 90 Prozent oder mehr gesättigter Kohlenwasserstoffe und .03 Prozent oder weniger Schwefel, ihr Viskositätsindex ist 80 oder höher und weniger als 120.

Gruppe III - Die Basisöle der Gruppe III unterziehen sich dem höchsten Niveau der Mineralöldestillation von allen Basisölgruppen. Obwohl sie nicht auf chemische Weise erzeugt werden, verfügen sie über gute Arbeitsparameter in einer breiten Palette von Eigenschaften sowie über gute molekulare Homogenität und Stabilität. Sie werden häufig mit Additiven gemischt und als synthetische oder halbsynthetische Produkte markiert. Die Basisöle der Gruppe III fanden in den letzten zehn Jahren eine größere Verwendung in Amerika. Die Grundkomponenten der Gruppe III enthalten 90 Prozent oder mehr gesättigter Kohlenwasserstoffe und .03 Prozent oder weniger Schwefel, ihr Viskositätsindex ist 120 oder höher.

Gruppe IV – Die Grundkomponenten der Gruppe IV sind Polyalphaolefine (PAO) und stellen chemisch erzeugte synthetische Ausgangsmischung dar.

Polyalphaolefine (PAO) sind ein typisches Beispiel für eine synthetische Grundkomponente. In der Kombination mit Additiven verfügen synthetische Grundkomponenten über hervorragende Leistungen in einen umfangreichen Bereich von Schmiereigenschaften. Sie zeichnen sich durch sehr stabile chemische Zusammensetzungen und sehr gleichmäßige Molekülketten aus. Die Basisöle der Gruppe IV werden immer häufiger in synthetischen und halbsynthetischen Produkten für Innenverbrennungsmotoren und Industriezwecke verwendet.

Gruppe V - Die Grundkomponenten der Gruppe V umfassen alle anderen Grundkomponenten, welche nicht zu Gruppen I, II, III und IV gehören. Die Grundkomponenten der Gruppe V werden in erster Linie bei der Erzeugung von Öladditiven verwendet. Ester und Polyolester sind Basisöle, die zur Gruppe V gehören und beim Herstellen von Öladditiven eingesetzt werden. Die Öle der Gruppe V dienen in der Regel nicht als Basisöle selbst, sondern gewährleisten den anderen Basisölen vorteilhafte Eigenschaften.

Es ist zu beachten, dass die Additive, welche sich auf die in der Gruppe V angeführte Beschreibung beziehen, nicht als der Aftermarket-Typ der Öladditive gelten. Die erwähnten Additive müssen in der Chemietechnik und der Vermischung von Motorölen und anderen Schmiermitteln durch die spezielle Erdölgesellschaft verwendet werden, welche das fertige Produkt herstellt.

Plan des Produktionsflusses

• Das Rohöl wird in Destillate und Vakuumgasöle getrennt

• Vakuumgasöl wird durch den Hydrocracker zur Umwandlung gerichtet.

• Zur Sättigung der Moleküle und Entfernung von solchen Fremdstoffen wie Stickstoff, Schwefel, Sauerstoff und Schwermetalle wird Wasserstoff hinzugefügt.

• Unter den extremen Temperaturen und dem Druck beim Vorhandensein eines Katalysators verwandelt das Hydrocracken die aromatischen Moleküle ins gesättigte Paraffin.

• Durch dieses Verfahren wird das Einsatzprodukt heller, denn er enthält Verunreinigungen mehr.

• Lange wachsartige Paraffinmoleküle werden in kürzere Moleküle umstrukturiert, wodurch die Verfestigung des Paraffins verhindert wird und die Förderbarkeit unter niedrigen Temperaturen verbessert wird.

• Es erfolgt die erneute Hinzugabe des Wasserstoffs zur Entfernung von restlichen Verunreinigungen und somit zur Verbesserung der Oxidation und Wärmestabilität des Endproduktes.

Vergessen Sie bitte nicht, unabhängig davon, welches Basisöl Sie wählen, muss dieses Basisöl den Anforderungen bezüglich der Anwendung, dem Temperaturbereich und Bedingungen in Ihrem Werk entsprechen.